Bündnis für nachhaltige Textilien – Was wurde bisher erreicht?

Bündnis für nachhaltige Textilien – Was ist das?

Gestern war ich Gast bei der Auftaktveranstaltung der Mitgliederversammlung des Bündnisses für nachhaltige Textilien. Währen der Recherche zu meinem Artikel „Warum kostet die Produktion deiner Handtasche nur 79 Cent?“ stieß ich auf das Bündnis für nachhaltige Textilien.

Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist ein Textilbündnis vertreten durch Handel, Industrie, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften; mit dem Ziel globale Ketten nachhaltig und gerecht zu gestalten.

Impressionen Mitgliederversammlung Bündnis für Nachhaltige Textilien

Innitiert wurde das Bündnis im Oktober 2014 vom Entwicklungsminister Gerd Müller. Nun wurde nach einem Jahr Resümee gezogen. Die Teilnehmerliste liest sich wie das Who ist Who der Bekleidungsindustrie, auch waren Bundestagsabgeordnete vor Ort- allen voran Renate Künast.

Die Begrüßung sprach der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller, danach kamen noch Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, Marion Lieser, die Geschäftsführerin von Oxfam e.V., Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland HDE e.V. und Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes zu Wort.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich um eine globale Herausforderung handelt, die für alle Beteiligten zu bewältigen ist. Lösungen kann ein Unternehmen oder der Handel nicht alleine bewältigen, daher ist der Zusammenschluss ein wichtiger Schritt. Kurzfristige Lösungen wird es wohl nicht geben, dazu ist die Lieferkette und Produktionskette zu lang. Außerdem gibt es auch Pflichten – wie beispielsweise Gesetzte im Produktionsland – die das Land in dem produziert wird, erfüllen muss. Oftmals scheitern gut gemeinte Schritte in die richtige Richtung häufig daran.

Das  Bündnis arbeitet an Standards für Arbeitsschutz, Gebäudeschutz, Umweltschutz, Unfallversicherungen für Textilarbeiter und an einem gerechten Lohn für die Arbeiter/innen. Diese Standards umzusetzten ist das Ziel, dies zu erreichen ist nur im Schulterschluss der Bündnispartner und der jeweiligen Staaten möglich. Auch die Frage, wer die angestrebten Standards finanzieren soll, ist noch nicht geklärt.

Was hat das Bündnis während des ersten Jahres seines Zusammenschlusses erreicht?

Es wurden nach Aussage von Dr. Gerd Müller rund zwei Dutzend Partnerschaften in Textil produzierenden Ländern auf den Weg gebracht. Man erarbeitet Standards, die schnell umgesetzt werden sollen. Ausserdem arbeitet das Bündnis für nachhaltige Textilien daran, Transparenz für die Verbraucher zu schaffen. Es soll ein Textilsiegel „Grüner Knopf“ erarbeitet werden, dass dem Verbraucher helfen soll, die Produktionsbedingungen von Textilien nachvollziehbar zu machen.

Wie sollen die Ziele umgesetzt werden?

In verschiedenen Arbeitsgruppen werden die Inhalte des Aktionsplans erarbeitet. Die Arbeitsgruppen stellen den Handlungsrahmen für die weitere Arbeit des Bündnisses. die Arbeitsgruppen bestehen aus Vertretern der Anspruchsgruppen (Handel, Industrie, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften).

Fazit

Abschliessend kann ich sagen, es war interessante Veranstaltung mit guten Ansätzen, die es jetzt gilt umzusetzten. Ich hatte auch die Gelegenheit mich mit Mitgliedern aus den jeweiligen Arbeitsgruppen zu unterhalten und kann sagen, dass es wirklich kompetente Leute in den Arbeitsgruppen gibt, die die Produktionsbedingungen vor Ort kennen und wissen, wo man ansetzten muss, um Standards umzusetzen.

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