GreenPosh Backstage: Im Gespräch mit Sarah Jolitz von Kaliber Fashion

Liebe auf den ersten Blick, so erging es uns, als wir zum ersten Mal die Rucksäcke von Kaliber Fashion berührten. Butterweich und griffig, aus kontrastierenden Materialien gefertigt und einem Logo bestückt, das als echter Eyecatcher durchgeht; alle Produkte des Berliner Streetwear-Labels sind echte Evergreens und Liebhaberstücke. Zudem sind sie rein vegan, in Berlin designed und in regionalen Nähwerkstätten gefertigt. Wir trafen Sarah Jolitz, den  kreativen Kopf von Kaliber Fashion und sprachen mit ihr über ihr Label, Nachhaltigkeit und Trends.

GreenPosh: Seit 2011 begeisterst du mit deinen Taschenkreationen. Was hast du vorher gemacht und was ist nach 2011 alles passiert?

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Sarah Jolitz: Nach meinem abgeschlossenen Mode Design Studium an der HTW Berlin, arbeitete ich für die unterschiedlichsten Unternehmen als freiberufliche Designerin oder als Assistenz. In dieser Zeit erlernte ich die wichtigsten Dinge, die für eine Selbstständigkeit notwendig sind.

GreenPosh: Was inspiriert dich?

Sarah Jolitz: Am meisten inspiriert fühle ich mich, wenn ich Zeit in der Natur verbringen darf. Nur dort kann ich den Kopf frei bekommen und an neue Entwürfe oder Projekte überhaupt denken. Auch die Farben und Formen in der Natur geben mir Anstoss für neue Ideen.

GreenPosh: Woher kommt der Name Kaliber Fashion?

Sarah Jolitz: Der Name entstand eigentlich schon während meines Studiums, als ich einen Account auf einer Designer Plattform eröffnete, um meine Entwürfe zu zeigen. Bei der Namenssuche dachte ich immer an die Kragenweite oder die Wellenlänge. Diese Wörter hätten aber nicht so international geklungen und deswegen bin ich auf Kaliber gekommen. Als ich mein Label gründete, suchte ich nach einem „richtigen“ Namen, aber ich fand keinen, der mir so gut gefiel, also übernahm ich den Namen Kaliber und fügte noch Fashion hinzu.

GreenPosh: Wie kam es zu dem Entschluss, vegane Materialien zu verwenden und komplett Tierhautfrei zu arbeiten?

kaliber-fashion-backpack-tasche-mintSarah Jolitz: Den Entschluss habe ich ganz bewusst getroffen. Die Umstände unter denen die echten Tierhäute und Felle produziert werden, sind erbärmlich. Tiere und Menschen leiden bei diesem Prozess unvorstellbar. Und das konnte kein Zertifikat dieser Welt für mich persönlich wettmachen. Deswegen entschied ich mich, als ich die Wahl hatte, gegen Leder. Ganz zu Anfang stellte sich die Frage für mich aber gar nicht, denn ich nutzte Stoffe, die ich aus Lagerrestbeständen erwerben konnte. Darunter war Kunstleder, Nylon, Baumwolle und Alcantara. Letzteres eignete sich sehr gut für meine Designs und bald darauf kaufte ich diesen Stoff in verschiedenen Farben ein und entwickelte die ersten Kollektion.

Ab Oktober diesen Jahres wird es in Sachen Material bei Kaliberfashion eine Überraschung geben. Wir haben uns entschieden in ein sehr nachhaltiges und innovatives Material zu investieren. Mehr können wir leider noch nicht verraten, aber wir sind schon sehr gespannt, wie es bei unseren Kunden ankommt.

GreenPosh: Was sollte deiner Meinung nach eine Frau immer in ihrer Tasche bei sich tragen?

Sarah Jolitz: Alles was sie benötigt, um sich unabhängig und frei zu fühlen.

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GreenPosh: Deine Kreationen bestechen vor allem durch Zeitlosigkeit. Verzichtest du bewusst auf kurzweilige Trends?

Sarah Jolitz: Ja, denn Trends sind meistens saisongebunden und schnell wieder out. Außerdem sind Trends etwas für das schnelle Geld und ich setze auch im Design auf Nachhaltigkeit und nehme mir gern Zeit für die Weiterentwicklung meiner Produkte. Ich stehe auf Slowfashion!

GreenPosh: Bei deiner Taschenproduktion legst du viel Wert auf Nachhaltigkeit. Was ist mit den anderen Bereichen des Lebens?

Sarah Jolitz: Auch da achte ich darauf, dass ich bewusst konsumiere. Ich kaufe Dinge nur dann, wenn sie wirklich neu benötigt werden. Ich repariere Kleidung und auch Haushaltsgegenstände bevor ich sie wegschmeisse. Das ist manchmal etwas
zeitaufwändig, aber es gibt mir ein gutes Gefühl und ich gehe mit einem guten Beispiel für meinen Sohn voran. Außerdem versuche ich keine Dinge zu kaufen, die in unnötigen Plastikverpackungen stecken. Ich benutze auch keine Plastiktüten mehr und gehe sparsam mit Kosmetikartikeln und Wasser um. Ist ja klar!

GreenPosh: Was ist das für ein Gefühl, wenn du jemanden auf der Straße mit einem Rucksack von dir siehst?

Sarah Jolitz:  Es ist ein aufregendes Gefühl. Ein wenig so, als würden die Taschen, meine „Babies“, laufen lernen. Ich würde dann den Träger oder die Trägerin am liebsten umarmen und mich bedanken, dass er oder sie die Tasche so schön in Szene setzt! Aber das geht natürlich nicht. Insofern hat sich das Gefühl mittlerweile auf ein freudiges Kribbeln im Bauch reduziert.

kaliber-fashion-bag-grauGreenPosh: Wenn du nicht Taschendesignerin geworden wärst, dann…

Sarah Jolitz: … wäre ich Meeresforscherin oder Tänzerin geworden.

GreenPosh: Bleibst du deinem Design-Schwerpunkt treu oder werden wir von dir zukünftig auch kaliber fashion Hosen, Jacken oder anderes sehen?

Sarah Jolitz: Ich möchte meine Skills im Taschendesign erweitern und meinem Genre vorerst treu bleiben. Aber man weiß nie, was noch kommen mag!

GreenPosh: Vielen Dank für das spannende Gespräch und natürlich unsere Lieblingsstücke, von denen wir gar nicht genug bekommen.

Sarah Jolitz: Ich danke auch recht herzlich. Tschüss.

 

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