„Grüne“ Handtaschen und sonst so?

Grüne Handtaschen und was sonst in meinem Kleiderschrank „grün“ ist

Nun dauert es nicht mehr lange und der GreenPosh Online Shop öffnet endlich seine Pforten. Hinter den Kulissen läuft alles auf Hochtouren. Im Moment ist mein Kopf voll mit allen möglichen ToDo‘s, von denen ich am Ende des Tages meist nur die Hälfte schaffe – aber das ist ein anders Thema .
Meine erste Handtaschen-Lieferung ist eingetroffen und meine Freude riesig. Es fühlt sich toll an, eine Tasche in den Händen zu halten, die aus feinstem Upcyling-Leder hergestellt wurde und nicht in Fernost, sondern in Italien. Tolle Sache finde ich, eine Handtasche zu haben, die einfach toll ist und dazu noch ein gutes Gewissen …sagen wir mal fast gut, die Tasche ist ja immer noch aus Leder, wenn auch recycelt.

Eben bei Facebook stieß ich auf einen Link zu einem Film, den der ein oder andere von euch vielleicht kennt „THE TRUE COST“. Es geht um die MENSCHEN und deren Lebensbedingungen, die unsere Kleidung in Bangladesch oder Indonesien herstellen. Nach dem Trailer war ich schon nachdenklich und nach dem Film war ich sehr gegriffen.

Sofort verspürte ich das Bedürfnis meinen Schrank auszumisten und Platz zu schaffen für neue Klamotten. Mein Kleiderschrank soll grüner werden. Obwohl ich mich seit geraumer Zeit mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftige und ich mein Konsumverhalten in vielen Bereichen des täglichen Lebens geändert habe, befinden sich in meinem Kleiderschrank sehr viele Klamotten, die von großen Modeketten produziert wurden und nicht im Ansatz nachhaltig sind. Schon allein beim Blick auf das Etikett mit dem Herkunftsland meldet sich wieder mein schlechtes Gewissen.

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Quelle: Trailer Film The True Cost

Aber was ist nachhaltig?

Was macht ein nachhaltiges Kleidungsstück aus? Hier kann man sicherlich eine lange Liste anlegen, um ein etisch-/ökologisch perfektes Kleidungsstück zu produzieren – was auf jeden Fall erstrebenswert ist.
Aber so weit möchte ich in diesem Beitrag gar nicht ausholen …hier hab ich gleich Stoff für einen weiteren Post ;-)…
Es stellt sich mir die Frage, wie wird mein Kleiderschrank grüner, ohne dass ich stundenlang im Netz nach der passenden Bluse – die vorher bei einer großen Modekette gesehen habe und nun das Objekt meiner Begierde wurde – in „grün“ d.h. ethisch und ökologisch hergestellt? Ich denke an dieser Stelle scheitert das Vorhaben bei den meisten Menschen. Erstens hat man kleine Lust und Zeit danach zu suchen. Zweitens ist die Begierde einmal geweckt, fällt es der gemeinen Fashionista schwer klar zu denken und oder sich gar in Verzicht zu üben ;-) und drittens wird der Preis der „grünen“ Bluse teurer sein, als die der großen Modekette.
Ich schließe mich bei diesem Szenario ein. Dennoch habe ich beschlossen mein Konsumverhalten zu ändern.
Wenn ihr keine „grüne“ Bluse kaufen wollt, solltet ihr über den Kauf einer hochwertigeren und somit meist teureren Bluse nachdenken. Warum?
Hier meine Überlegung dazu: Sagen wir mal die Bluse der Modekette kostet 29,90 Euro und die, die ethisch und ökologisch korrekt/bzw. hochwertiger hergestellt wurde kostet 89,90 Euro und rechnen das mal runter, auf die Anzahl der getragenen Tage . Die günstige Bluse ziehe ich wahrscheinlich 15 Mal an, nach einigen Wäschen scheint der Stoff irgendwie ein Eigenleben zu entwickeln. Entweder verrutschen die Nähte oder der Stoff scheint sich an einigen Stellen vermehrt zu haben. Bei der teureren Bluse ist das nicht so, hier wurde bei der Herstellung auf Qualität geachtet, beim Schnitt, bei der Auswahl des Stoffes und bei der Fertigung. So eine Bluse kann man locker mehrere Saisons tragen.
Das bedeutet 29,90 Euro geteilt durch beispielsweise 15mal getragen ergibt je 1,99 Euro. 89,90 Euro geteilt durch sagen wir mal zwei Jahre lang 2 Mal im Monat ergibt dies je 1,87 Euro. Also unterm Strich ist die teurere Bluse günstiger, gell?
Sicher wird jetzt der ein oder andere sagen, na das ist ja mal ne Milchmännchen Rechnung. Stimmt, es soll euch aber veranschaulichen, dass im ersten Moment teurere Mode langfristig gesehen meist günstiger ist. Es wird nicht so viel Wegwerfmode produziert, wenn wir bewusster kaufen!

Was ändern ja – aber bitte ohne großen Aufwand?

Als Fazit aus meinen Überlegungen ziehe ich, dass jeder etwas machen kann, um die Bedingungen der Arbeiter in der Bekleidungsindustrie und die, der Umwelt zu verbessern, auch wenn ihr nicht komplett auf das günstige Schnäppchen verzichten wollt oder könnt. Aber das ein oder andere Mal, sollte man schon inne halten und überlegen, ob man das siebte graue billig T-Shirt braucht. Denn auch weggeworfene Textilien müssen entsorgt oder wieder recycelt werden und belasten die Umwelt.
Mein Vater sagt immer – „Teuer gekauft, ist billig gekauft“ recht hat er!

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